1. Familiengruppen-Hüttentour

Bericht DAV-Familiengruppe Magdeburg, 1. Hüttentour 30.6.-3.7.16

Familiengruppenhüttentour2016_1

Gipfelhelden

Tour de Tier

Wie schön ist es, wenn man seit fast einem Jahr eine Hüttentour für Familien mit kleinen Kindern geplant und auf unserer Homepage präsentiert hat, und sich mehrere Familien dazu anmelden! Dass die Gruppe durch diverse Absagen auf 5 (!) Personen schrumpfte (Rabea, Mira, Jonathan, Jette und Paul), stellte sich im Nachhinein als Glücksfall heraus – weil die avisierte Kaltenberghütte in Vorarlberg just an dem Wochenende komplett belegt war… Nach hektischer Recherche ca. 1 Woche vor der Anreise (Zug war schon gebucht!) und Charmeoffensive gegenüber einer Hüttenwirtin fand sich dann eine für uns genau passende Alternative: Wir stiegen am Donnerstag nach der Anreise um 15:30 Uhr mit 3 nicht eingelaufenen Kindern fast in der angegebenen Gehzeit im Gewitter zur Stuttgarter Hütte auf – dickes Kompliment an Mira, Rabea und Jonathan!

Schon hier gab es die ersten Murmeltiere zu entdecken. Der Kaiserschmarrn auf der Hütte schmeckte natürlich super, und dann hatten wir auch noch ein schönes Lager unterm Dach für uns allein!

Schnee im Sommer!

Schnee im Sommer!

Der Freitag zeigte sich zwar kühl aber trocken, und so konnten die so früh im Jahr noch zahlreichen Schneefelder ihre Faszination – und den Spaß beim Abfahren! – verbreiten. Zur Krönung des Tages sichteten wir vor der Wösterspitze eine Steinbockherde! Besonders den Kindern gelang es, sich ziemlich nah an die über 30 Tiere heranzupirschen. Zurück an der Hütte erfuhren wir dann leider, dass wir unser schönes Lager abgeben und in ein (geräusch-)volleres umziehen müssen. Und: Dass der für den Folgetag geplante Übergang zur Leutkircher Hütte durch Schuttabgänge beschädigt sei. Ein kurzer Solosprint meinerseits zur Scharte oberhalb offenbarte: Hier sollten wir vernünftigerweise morgen nicht entlang gehen.

Also stiegen wir nach dem Frühstück wieder nach Zürs ab (nicht ohne geschlagene 23 Salamander zu zählen!), fuhren per PKW um den Berg herum und bewältigten eigentlich nicht geplante 1000 Höhenmeter zur reservierten Hütte – noch ein Lob an die 7- bis 10jährigen Wanderbeine! Unterwegs erweiterten zwei Gämsen unsere Bergtiersammlung. Der freundliche Hüttenwirt teilte uns den Winterraum im Nebengebäude zu – so waren wir wieder unter uns und vor dem “Sägewerk“ der zweiten Nacht sicher. Das Wetter wurde ungemütlich, und auch am nächsten Morgen verdeckte Nebel meist den Blick ins gegenüber liegende Verwall, als wir bei 5 Grad den Weg zur Kapallbahn schritten, die uns in letzter Minute zum gebuchten Zug nach St. Anton gondelte. Unterwegs hielten uns unzählige Mini-Weinbergschnecken auf, die von einer emsigen Tierfreundin alle einzeln vom für sie gefährlichen Weg ins nasse Gras gesetzt werden mußten. Unsere beiden „frischen“ Alpinisten sprangen danach gleich mehrfach über ihren Schatten und meisterten ohne Murren etwas heikle Passagen, die bei der ursprünglich geplanten Kaltenberghütte nicht vorgesehen gewesen waren – jetzt wird es Zeit für das dickste Kompliment, denn soviel Mut und Vertrauen muss man erstmal haben!

Alles in allem machte die Tour Lust auf eine Fortsetzung in 2017 – nur in gemäßigteren Gefilden und mit verbindlicher Rück-/Anmeldung ein halbes Jahr vorher…!

Paul Hoffmann