Geschichte der Sektion Magdeburg

Nach Österreich (ÖAV, 1862) gründeten deutsche Alpinisten im noch ungeeinten Deutschland am 9. Mai 1869 den „Deutschen Alpenverein“ (DAV). Unter diesem Datum bildete sich als erste Sektion die Sektion München.

Bereits nach kurzer Zeit schlossen sich auf Grund gleicher Interessen ÖAV und DAV feierlich am 28. August 1873 zum DuÖAV zusammen und räumten sich gegenseitig die Mitnutzungsrechte in ihren Alpenvereinshütten ein.

In Magdeburg gab es 1883 21 Alpenvereinsmitglieder, die, ohne miteinander in Verbindung zu stehen, in 7 verschiedenen Sektionen zwischen Salzburg und Hamburg geführt wurden. Mitte November 1883 veröffentliche die „Magdeburgische Zeitung“ einen Aufruf, unterzeichnet u.a. von Adolf Mittag und Hermann Rocholl, zur Bildung einer Alpenvereinssektion.

Bereits am 24.11.1883 kamen 39 Bergfreunde zusammen und beschlossen die Gründung der Sektion Magdeburg zum 1. Januar 1884. Es war die 93. Sektion des DAV, Ob.-Reg.- Rat Hermann Rocholl war ihr 1. Vorsitzender und übte dieses Amt 30 Jahre aus. Unter seiner segensreichen Leitung entschied sich die Sektion Magdeburg für ein Arbeitsgebiet in den Stubaier Alpen, speziell für die steilen südlichen Abstürze zum Pflerschtal. Die Magdeburger bauten 1887 im „Magdeburger Winkel“ die „Magdeburger Hütte“ und 1892 die „Tribulaunhütte“. Nach intensiver Aufbauarbeit und reger Nutzung der Hütten kam es als Folge des 1. Weltkrieges zur entschädigungslosen Enteignung. Die Hütten fielen an Italien.

Mit neuem Mut und Elan übernahm die Sektion Mitte der 20er Jahre im Karwendelgebiet ein neues Arbeitsgebiet und kaufte zwei ältere Hütten. Nach der Rekonstruktion erhielt die eine Hütte den Namen „Neue Magdeburger Hütte“. Sie trägt diesen Namen noch heute. Die zweite Hütte behielt ihren Namen „Aschbachhütte“. 1940 kauften die Magdeburger als dritte Hütte das „Kelchalpenhaus“ (Nähe Kitzbühl).

Ende des 2. Weltkrieges beschlagnahmten die Alliierten das deutsche Vermögen im Ausland. Sie überließen Österreich allerdings später die ehemals deutschen Hütten kostenlos.

Der DAV mit seinen Sektionen wurde verboten. Während sich in Westdeutschland bald neue Alpenclubs, Bergvereine usw. bilden konnten, gab es gleichwertige Vereine in der DDR nicht bzw. im DWBO (Deutscher Verein für Wandern, Bergsteigen und Orientierungslauf) mit Einschränkungen.

Der 1950 neu gegründete DAV kaufte die in österreichischem Besitz befindlichen Hütten ehemaliger ost- und mitteldeutscher Sektionen zurück. Die „Neue Magdeburger Hütte“ gehört jetzt der Sektion Geltendorf und das ehemalige „Kelchalpenhaus“ besitzt nunmehr die Sektion Bochum. Diese Hütte heißt jetzt „Bochumer Hütte“.

Nach der Wende führten erste Kontakte und ihr kontinuierlicher Ausbau zwischen Braunschweiger und Magdeburger Berg- und Wanderfreunden schließlich 1993 zur Wiedergründung der Sektion Magdeburg. Durch die aktive Tätigkeit engagierter Mitglieder erreichte die Sektion zuletzt beachtliche jährliche Zuwächse, sodass 2015 die Marke von 1000 Mitgliedern übersprungen wurde. Diese gehen ihren Interessen im In- und Ausland in der Hochtourengruppe, der Wandergruppe, den Klettergruppen und der Familiengruppe nach.

Im Sommer 1999 führte die Sektion als erste in den neuen Bundesländern die Jahreshaupt- versammlung des Gesamtvereins durch.

Seit 2000 verfügt die Sektion über eine Geschäftstelle mit regelmäßigen Öffnungszeiten. Neben der Klärung von organisatorischen Dingen können Mitglieder Bücher, Wanderführer oder -karten, aber auch Ausrüstungen für Trekking- oder Wandertouren ausleihen.