In aller Frühe 7 Uhr trafen sich 22 motivierte Wanderer am Magdeburger Hauptbahnhof, um in den Zug nach Wernigerode zu steigen. Zuvor wurde noch kurz darüber gegrübelt, warum man eigentlich freiwillig an einem Samstagmorgen in aller Herrgottsfrühe und einer eher miesen Wettervorhersage aufsteht, um knapp 30 km durch den Harz zu wandern. „Es soll wohl Spaß machen!“ war schließlich der gemeinsame Konsens und so starteten alle frohen Sinnes ca. 2 Stunden später in Wernigerode zur gemeinsamen Winterwanderung.
Natürlich nicht ohne vorab noch ein Gruppenfoto zu machen.
Ziemlich schnell mussten dann auch die Grödel rausgeholt und angeschnallt werden. Denn wo zuhause mittlerweile alles weg getaut war, glänzte der Harz noch unter Schnee und Eis. So wanderten wir durch den Talabschnitt der „Steinernen Renne“ entlang und schlängelten uns hintereinander den „Höllenstieg“ hoch. Mittlerweile sind wir in einer wunderschönen Schneelandschaft angekommen.
Bisher hat das Wetter noch einigermaßen mitgespielt, ließ uns dann aber auf der Brockenstraße in Stich. Nun hat es langsam aber stetig immer mehr angefangen zu regnen, sodass wir, oben auf dem Brocken angekommen, leicht durchnässt doch froh waren, nun eine wohlverdiente Rast einlegen zu können. So richtig zeigte sich der Brocken an dem Tag nicht von der besten Seite. Die Aussicht war gleich null und der vorhergesagte Wind machte sich wie versprochen bemerkbar. Wir kämpften uns dennoch durch den Sturm zum Gipfelstein und versuchten das obligatorische Gipfelfoto zu machen. Es war in der Tat nicht ganz einfach, alle dazu zu bringen, geduldig in die Kamera zu blinzeln 😉
Der Abstieg ging dann über den Grenzweg zur Stempelbuche, an der Hermannsklippe vorbei und zur Bremer Hütte, an der wir die letzte Rast eingelegt hatten. Glücklicherweise hörte der Sturm und der Regen sehr schnell auf, nachdem wir dem Brockengipfel den Rücken gekehrt haben.
Die letzte Etappe ging entlang des Heine Weges durch das wunderschöne Ilsetal. Hier gab es zwei Parallelwege, bei der sich die Gruppe aufgeteilt hatte, was später noch „Folgen“ haben sollte. Der schnellere Weg brachte die ersten Wanderer nach Ilsenburg. Im festen Glauben, dass die anderen sicherlich noch länger brauchen, suchten sie sich ein gemütliches Plätzchen zur Einkehr. Tja, wir „Anderen“ bewunderten zwar noch den Ilse Fluss, waren aber so langsam auch nicht. Wir sputeten uns, 16:30 Uhr in Ilsenburg am Bahnhof anzukommen und waren alle mächtig stolz, die Wanderung sogar eine Stunde früher als geplant beendet zu haben. Nur leider fehlte dann der Rest der Gruppe, die eingekehrt ist :D
Ein kleiner Teil ist dennoch in den Zug gesprungen. Wir Anderen nahmen das Schicksal hin und gönnten uns dann auch noch ein wohlverdientes Einkehrgetränk in der nahegelegenen Pizzeria, zu der dann schließlich der Rest der schnellen Gruppe dazu stieß. Dumm war nur, dass dann auch noch der nächste Zug ausgefallen ist. So hatten wir aber ausgiebig Zeit, noch eine Pizza zu bestellen, die müden Füße zu entspannen, die verschiedenen Kilometerangaben der Smart Watches zu vergleichen (meine sagte 25,6 km) und waren uns schließlich alle einig, dass die Verspätungen und der Zugausfall eigentlich gar nicht so schlimm waren 😉. Manchmal muss man eben das Leben nehmen, wie es ist und das Beste draus machen.
Und so waren wir am Ende alle sehr müde, aber tatsächlich sehr glücklich und sind uns sicher, im nächsten Jahr wieder in aller Herrgottsfrühe an einem Samstag aufzustehen, um kurz nach 7 Uhr am Magdeburger Hauptbahnhof in den Zug in Richtung Harz zu steigen!
Kerstin