Anfang Februar ging es nach zwei Vorbereitungstreffen zum Thema LVS-Training und Spaltenbergung auf Schneeschuhtour in die Silvretta. Unter der Rubrik „Mitstreiter gesucht“ hatte Paul die Tour eingestellt, sich um Ablauf und alles Orgnisatorische gekümmert. So vorbereitet reisten Denise, Bernhard, Anja und Anna bereits am Sonntag in Österreich an. Paul, Stefano und ich (Susanne) folgten einen Tag später. Treffpunkt war der Romedihof in Imst, wo wir eine Nacht in der "Kuh-Suite" verbrachten, um am nächsten Vormittag gemeinsam von Ischgl zur Heidelberger Hütte aufzusteigen.
Immer entlang der Skipiste durch das Fimbatal kamen wir dort nach 952 hm, zwar mit vorzeitigem Verschleiß von einem Paar Schneeschuhen, aber ansonsten wohlbehalten an und bezogen unser Lager. Die Heidelberger Hütte (2264m) ist sehr gemütlich mit sehr gutem Essen und Service. Auch das kaputte Paar Schneeschuhe wurde vom Hüttenwirt ersetzt.
So konnten wir am folgenden Morgen unsere erste Tour auf die Lareinfernerspitze (3009m) starten. Bei Lawinenwarnstufe 1 zogen wir bald unsere Spuren im Schnee Richtung Südwesten. Wir bemerkten bald, dass wir uns zu früh rechts gehalten hatten, entschieden uns aber den Weg fortzusetzen und den doch recht steilen Hang weiter aufzusteigen. Wir kamen alle schnell ins Schwitzen, wobei hier die schwerste Arbeit bei Paul lag, der das Spuren übernommen hatte. Schließlich trafen wir auf den Weg, den auch die Skitourengeher, die heute unterwegs waren, benutzten. Ein Bergführer, der uns von unten beobachtet hatte, meinte dann etwas spaßig, dass wir mit unserer Route eine „Erstbegehung“ gemacht hätten. Nun folgte nur noch ein kurzer Anstieg auf den Gipfelgrat, dann standen wir auf dem ersten 3000er unserer Tour, worüber sich besonders eine Teilnehmerin freute, da für sie das erste Mal eine „Drei“ ganz vorne stand. Für den Rückweg wählten wir nicht die Aufstiegsroute, sondern den kürzeren, aber steilen Abstieg direkt in Richtung Hütte. Um 14.30 Uhr erreichten wir diese nach 6,8 km Wegstrecke, 819 hm im Auf- und Abstieg und dem weiteren Defekt eines Schneeschuhpaares. Ein Mitarbeiter der Hütte sorgte für Ersatz.
Unsere nächste Tagestour führte uns durch flacheres Gelände Richtung Süden auf die Breite Krone (Aussage des Hüttenwirts: „Die Breite Krone geht immer, da braucht ihr die Hände nicht aus den Hosentaschen nehmen.“). In der Nacht hatte es ca. 10 cm Neuschnee gegeben, so dass es sich noch angenehmer lief als gestern auf dem zum Teil verharschten Schnee. Vor dem Kronenjoch geht es links zum Gipfel der Breiten Krone (3079m). Hier war der Schnee abgeblasen, wir zogen die Schneeschuhe aus und erreichten unseren zweiten 3000er. Wir genossen die schöne Aussicht, und Paul versuchte vergeblich am kleinen Gipfelkreuz einen Geocache zu finden. Anja, Anna und ich machten uns schon an den Abstieg, während die anderen noch einen kurzen Abstecher zum Kronenjoch machten. Bei Sonnenschein genossen wir den Blick in die weiten Hänge und hatten Freude an der Bewegung. Irgendwann holten uns die anderen ein und wir kamen gemeinsam etwa 15.00 Uhr nach 12 km und 936 hm wieder auf der Hütte an.
Da die Wettervorhersage für den nächsten Nachmittag etwas unbeständig aussah, planten wir eine kürzere Tour und machten uns dann pünktlich 8.00 Uhr morgens auf den Weg Richtung Osten zum Piz Davo Sassè (2792m). Heute war es sehr windig und die Sicht zum Teil schlecht. Orientieren konnten wir uns anfangs an den Skimarkierungen und dann mit Hilfe von Bernhards GPS-Gerät. Bereits 10.15 Uhr standen wir auf dem Gipfel. Auf dem Rückweg bewunderten wir die Schönheit der Natur, denn mittlerweile zeigte sich die Sonne und der eisige Wind blies den Schnee in ganz feinen Wellen über den glitzernden Berghang.
Die heutige Tourbilanz belief sich auf 5.4 km und 740 hm, dafür war nachmittags dann noch Zeit für eine Spaltenbergungsübung.
Und schon neigte sich unsere Woche dem Ende entgegen, am nächsten Morgen hieß es Sachen packen (Die Gletscherausrüstung hatten wir umsonst hochgetragen, die haben wir für unsere Touren nicht gebraucht.) und absteigen. Dieses Mal kürzten wir etwas ab und stiegen an der Mittelstation nach 11 km in die Fimbabahn, da ja noch die lange Fahrt bis Magdeburg anstand.
FAZIT: Wir hatten eine wunderschöne Schneeschuhtour auf einer angenehmen Hütte mit drei gelungenen Tagestouren. Es gibt hier noch viele Tourenmöglichkeiten, wir kommen bestimmt nochmal wieder.
Und für mich persönlich: Auch gern in dieser Konstellation.
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